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Gemeine Wegwarte
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Die Gemeine Wegwarte oder Gewöhnliche Wegwarte (Cichorium intybus), auch Zichorie (von lateinisch cichorea), kurz auch Wegwarte (seltener Wegwart) genannt, ist eine Pflanzenart aus der Familie der KorbblĂŒtler (Asteraceae). Sie wĂ€chst in Mitteleuropa hĂ€ufig an WegrĂ€ndern. Kulturformen sind ChicorĂ©e, Zuckerhut (Fleischkraut), Radicchio, Schnittzichorie und die Wurzelzichorie.
Contents
âą Beschreibung
âą Ăkologie
âą Systematik
âą Inhaltsstoffe
âą Nutzung
⹠Chicorée
âą Schnittzichorie
âą Wurzelzichorie
âą Namensgebung
âą Trivialnamen
âą Geschichte
âą Quellen
âą Siehe auch
âą Literatur
âą Einzelnachweise
âą Weblinks
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Beschreibung
Vegetative Merkmale
Die Gewöhnliche Wegwarte ist eine ausdauernde, krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 30 bis 140, selten bis zu 200 Zentimetern erreicht. Sie fĂŒhrt weiĂen Milchsaft.cite-ref-1[1] Die Art besitzt eine tiefreichende Pfahlwurzel. Die StĂ€ngel stehen steif aufrecht, sind derb, kantig und besonders im oberen Teil sparrig-Ă€stig.cite-ref-hegi1987-2-0[2]
Die GrundblÀtter und die unteren StÀngelblÀtter sind schrotsÀgeförmig fiederschnittig, sie sind gestielt und ihre Unterseite ist borstig behaart. Die GrundblÀtter sind 8 bis 25 cm lang und 1 bis 7 cm breit. Die oberen StÀngelblÀtter haben eine lÀnglich-lanzettliche Form, sind fiederspaltig bis ungeteilt und sind ohne Blattstiel sitzend mit geöhrtem oder herzförmigem Blattgrund.cite-ref-hegi1987-2-1[2]
Generative Merkmale
Die BlĂŒtenkörbchen bestehen nur aus ZungenblĂŒten. Sie haben einen Durchmesser von 3 bis 5 cm, die seitlichen stehen meist zu zweit bis fĂŒnft. Sie sind kurz gestielt oder sitzend.cite-ref-hegi1987-2-2[2] Die KöpfchenhĂŒlle ist zweireihig. Die inneren HĂŒllblĂ€tter sind lĂ€nglich-lanzettlich und die Ă€uĂeren, eiförmigen HĂŒllblĂ€tter sind halb so lang wie die inneren sowie im Gegensatz zu diesen deutlich abstehend. Die HĂŒllblĂ€tter sind borstig bewimpert und hĂ€ufig drĂŒsig behaart.cite-ref-hegi1987-2-3[2] Die ZungenblĂŒten sind himmelblau, selten auch weiĂcite-ref-3[3] gefĂ€rbt; BlĂŒtezeit ist von Juni bis Oktober. Die auffĂ€lligen BlĂŒtenstĂ€nde werden jeweils nur fĂŒr einen Tag geöffnet und sind meist schon am frĂŒhen Nachmittag wieder geschlossen. WĂ€hrend in Ă€lteren Veröffentlichungen davon gesprochen wird, dass die BlĂŒten nur am Vormittag geöffnet wĂ€ren,cite-ref-hegi1987-2-4[2]cite-ref-oberdorfer2001-4-0[4] betrĂ€gt die tatsĂ€chliche BlĂŒtenöffnungszeit zwischen 4 und 7,5 Stunden und hĂ€ngt (negativ korreliert) von Temperatur, TageslĂ€nge sowie Anzahl der BlĂŒtenbesucher ab. Im Herbst können geöffnete BlĂŒten auch noch am spĂ€teren Nachmittag gefunden werden.cite-ref-5[5] Sind die BlĂŒten geschlossen, hebt sich die Pflanze kaum noch gegen ihre Umgebung ab. Die BlĂŒtenkronröhre ist 3 Millimeter lang, die Zunge der RandblĂŒten bis 14 Millimeter lang.cite-ref-hegi1987-2-5[2] Die AchĂ€nen sind 2 bis 3 mm lang, eilĂ€nglich, eher kantig und haben keinen deutlich ausgeprĂ€gten Pappus; dieser besteht nur aus kurzen, eher unscheinbaren SchĂŒppchen.cite-ref-hegi1987-2-6[2]
Die Chromosomenzahl betrĂ€gt 2n = 18cite-ref-fona2006-6-0[6] bzw. 18 oder 36 fĂŒr Cichorium intybus. subsp. sativum.cite-ref-oberdorfer2001-4-1[4]
Ăkologie
Cichorium intybus wÀchst als Hemikryptophyt.
Die Gewöhnliche Wegwarte gilt als eine Pionierpflanze und ist ein Tiefwurzler. Die BestÀubung erfolgt durch Insekten, vor allem durch Bienen, z. B. die Hosenbienen und durch Schwebfliegen.
An tierischen SchÀdlingen wurden beobachtet: Anaspis frontalis, Mordelia aculeata, Cassida sanguinolenta, Aphis cichorii und Arten der Gattungen Cucullia und Agrotis.cite-ref-hegi1987-2-7[2] Beobachtungen von Pilz-Schmarotzern liegen vor von Erysibe cichoriacearum, Sphaerotheca humuli, Puccinia cichorii und Arten der Gattungen Diaporthe, Leptosphaeria, Mycosphaerella, Phialea, Pleospora und Pyrenophora.cite-ref-hegi1987-2-8[2]
Verbreitung und Standorte
Die Gewöhnliche Wegwarte war ursprĂŒnglich nur von Europa (mit Ausnahme von GroĂbritannien, Irland und Island) bis Zentralasien und dem westlichen Himalaya, sowie in Nordafrika in Marokko, Algerien, Tunesien und Ăgypten verbreitet.cite-ref-powo-7-0[7] In GroĂbritannien und Irland, in einzelnen LĂ€ndern Afrikas, in Ostasien, weiten Teilen Amerikascite-ref-fona2006-6-1[6] und in Australien ist sie ein Neophyt.cite-ref-powo-7-1[7]
Sie kommt vor allem in Pflanzengesellschaften des Verbands Agropyro-Rumicion, aber auch der VerbĂ€nde Polygonion avicularis, Convolvulo-Agropyrion oder Dauco-Melilotion vor.cite-ref-oberdorfer2001-4-2[4] In Mitteleuropa erscheint sie auf Weiden, auf Ruderalstellen und Ăckern sowie entlang von Wegen und StraĂen und ist charakteristisch fĂŒr Wegrand- und Trittpflanzengesellschaften.cite-ref-8[8] Sie wĂ€chst vorwiegend auf frischen bis eher trockenen, nĂ€hrstoffreichen Böden und ertrĂ€gt auch einen gewissen Salzgehalt.
Die Vertikalverbreitung reicht bis in die montane Höhenstufe auf 1500 Meter. In den AllgĂ€uer Alpen steigt sie im Vorarlberger Teil an der AuenhĂŒtte im Schwarzwassertal bis zu einer Höhenlage von 1280 Metern auf.cite-ref-d-rr-lippert2004-9-0[9] In Tirol kommt sie bis in eine Höhenlage von 1450 Meter, in Arosa bis 1780 Meter vor.cite-ref-hegi1987-2-9[2]
Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 2+w (frisch aber mĂ€Ăig wechselnd), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), Temperaturzahl T = 4 (kollin), NĂ€hrstoffzahl N = 3 (mĂ€Ăig nĂ€hrstoffarm bis mĂ€Ăig nĂ€hrstoffreich), KontinentalitĂ€tszahl K = 3 (subozeanisch bis subkontinental).cite-ref-infoflora-10-0[10]
Die ökologischen Zeigerwerte nach Ellenberg sind: Lichtzahl L: 9 = Vollichtpflanze, Temperaturzahl T: 6 = MĂ€ĂigwĂ€rme- bis WĂ€rmezeiger, KontinentalitĂ€tszahl K: 5 = subozeanisch bis subkontinental, Feuchtezahl F: 4 = Trocknis- bis Frischezeiger, Reaktionszahl R: 8 = Schwachbasen- bis Basenzeiger, Stickstoffzahl N: 5 = mĂ€Ăig stickstoffreiche Standorte anzeigend, Salzzahl S: 0 = nicht salzertragend.cite-ref-floraweb-11-0[11]
Systematik
Die Erstbeschreibung von Cichorium intybus erfolgte durch Carl von Linné.
Je nach Autor gibt es mehrere Unterarten oder Sortengruppen:
⹠Cichorium intybus subsp. intybus: Zu dieser Unterart gehören die kultivierten Formen:
âą Sugar-Loaf-Gruppe (Zuckerhut): Anbau vor allem in Italien. Wird auch als Teil der Foliosum-Gruppe betrachtet.
âą Radicchio-Gruppe
⹠Salat-Gruppe: Sie enthÀlt ebenfalls Radicchio-Sorten.
âą Sativum-Gruppe, die Wurzelzichorie: Sie wird auch als Cichorium intybus var. sativum DC. bezeichnet.cite-ref-zander-12-1[12] Die gerösteten Wurzeln werden als Kaffeeersatzcite-ref-13[13] verwendet, die BlĂ€tter als Silage. In jĂŒngerer Zeit wird die Wurzelzichorie auch als Fructan-Lieferant angebaut.
âą Cichorium intybus subsp. spicatum I.Ricci: Sie wurde 2007 erstbeschrieben und kommt in Italien und Kroatien vor.cite-ref-euro-med-14-0[14]
âą Cichorium intybus subsp. glabratum (C.Presl) Arcang.: Wird von Euro+Med als Synonym zu Cichorium intybus gestellt.cite-ref-euro-med-14-1[14]
Weitere Illustrationen
Inhaltsstoffe
Als Bitterstoffe enthÀlt die Gemeine Wegwarte in erster Linie die beiden Sesquiterpenlactone vom Guaianolid-Typ Lactucin und Lactucopikrin. Weitere Inhaltsstoffe sind weitere Sesquiterpenlactone und deren Glykoside, CichoriensÀure, die Hydroxycumarine Umbelliferon (7-Hydroxycumarin), Aesculetin (6,7-Dihydroxycumarin) und sein Glucosid Aesculin, Scopoletin (7-Hydroxy-6-methoxycumarin), sowie Cichoriin. Als Reservekohlenhydrat speichert die Gewöhnliche Wegwarte in den Wurzeln Inulin.cite-ref-bais-ravishankar-15-0[15]
Nutzung
In China und den USA wird Cichorium intybus â auch transgene Formen â kommerziell als Futterpflanze angebaut. Im Jahr 2020 war die Gemeine Wegwarte âHeilpflanze des Jahresâ. Sie war zudem bereits 2005 âGemĂŒse des Jahresâ und 2009 âBlume des Jahresâ in Deutschland.
Nutzung als Heilpflanze
Die Gemeine Wegwarte wird spĂ€testens seit dem Mittelalter zur Arzneimittelherstellung genutzt. Sie ist möglicherweise unter dem Namen solsequium eine der Pflanzen aus der LandgĂŒterverordnung Karls des GroĂen (der Name ist nicht eindeutig und wurde auch fĂŒr Ringelblume, Löwenzahn und Johanniskraut verwendet).
Paracelsus empfiehlt sie bereits als schweiĂtreibend, Kneipp bei Magen-, Darm- und Lebererkrankungen. In der Pflanzenheilkunde wird sie zur Stimulierung und zur Heilung von Milz, Leber und Galle eingesetzt, wird aber auch zur allgemeinen Reinigung bei Hautkrankheiten und Ekzemen angewendet.
VolkstĂŒmliche Anwendungen umfassen Appetitanregung (ganze Pflanze), Stimulierung der Sekretion von VerdauungssĂ€ften und abfĂŒhrende Wirkungen. Zur arzneilichen Behandlung von Appetitlosigkeit und dyspeptischen Beschwerden hat die Wegwarte in Deutschland eine positive Bewertung.cite-ref-16[16] Bei der Appetit- und Verdauungsanregung dĂŒrften die bitteren Guajanolide wirksam sein. Bei anderen Anwendungsgebieten ist die Wirksamkeit wenig belegt.cite-ref-17[17] Eine Studie will jedoch die aus traditioneller Anwendung bekannten sedativen, psychorelaxierenden und streĂeffekt-reduzierenden Wirkungen von Cichorium intybus ssp. silvestre bestĂ€tigt haben.cite-ref-18[18] Zusammenfassend schrieb Gerhard Madaus 1938: âWegen seiner umfassenden Wirksamkeit und ZuverlĂ€ssigkeit wird Cichorium ⊠zu den wichtigsten Pflanzenheilmitteln gezĂ€hltâ.cite-ref-19[19] Die Gemeine Wegwarte wurde vom Verein NHV Theophrastus zur Heilpflanze des Jahres 2020 gekĂŒrt.cite-ref-20[20]
Nutzung als essbare Wildpflanze
Die LaubblĂ€tter, StĂ€ngel, BlĂŒten und unterirdischen Pflanzenteile der Gemeinen Wegwarte sind essbar. Die LaubblĂ€tter eignen sich von April bis zur BlĂŒtezeit zur Zubereitung von Salaten, Spinat, GemĂŒsegerichten, Suppen und Saucen. Da die LaubblĂ€tter mit der Zeit immer bitterer werden, eignen sie sich fĂŒr Salate insbesondere am Anfang der Vegetationsperiode. Die unterirdischen Pflanzenteile kann man von September bis zum FrĂŒhjahr ernten. Getrocknet, geröstet und gemahlen kann man sie zur Zubereitung von Zichorienkaffee nutzen. Man kann sie zur Zubereitung von Koch-, Back- und PfannengemĂŒse verwenden; hierfĂŒr schĂ€lt man sie, schneidet sie klein und wĂ€ssert sie vor der Zubereitung 2 Stunden.cite-ref-fleischhauer2010-21-0[21]
Nutzung von Kulturformen
Kulturformen der Gemeinen Wegwarte sind Chicorée, Radicchio, Zuckerhut, Schnittzichorie, Puntarelle und die Wurzelzichorie.
Chicorée
Der ChicorĂ©e, auch Salatzichorie, findet als Lebensmittel in der KĂŒche Verwendung. Die Zuchtform entstand im 19. Jahrhundert. Nach einer Ăberlieferung zog der Chefgartenbauer am Botanischen Garten in BrĂŒssel, Bresier, 1846 die ersten ChicorĂ©esprossen. Die Wurzeln lieĂ er zwar noch im Freiland wachsen, zum Sprossen verhĂŒllte er sie jedoch lichtdicht, so dass sie möglichst wenig Bitterstoffe entwickelten. Nach einer anderen Version soll diese Art des Treibens auf eine zufĂ€llige Beobachtung zurĂŒckgehen: Als belgische Bauern 1870 ihre Zichorienwurzeln infolge ungewöhnlich hoher Ernte im GewĂ€chshaus einschlugen, entdeckten sie wĂ€hrend des Winters die krĂ€ftigen Knospen.
FĂŒr den Salat werden nur die Sprösslinge genutzt. Die rĂŒbenartigen Wurzeln werden daher im November eingegraben und abgedeckt, wĂ€hrend des Winters treiben dann aus den Achseln der vorher eingekĂŒrzten BlĂ€tter und aus den Terminalknospen 15 bis 20 cm lange und bis 5 cm dicke spindelförmige feste Knospen aus. Durch den Lichtschutz sind sie bleich und zart. Sie werden als Salat oder GemĂŒse zubereitet.
Schnittzichorie
Bei Schnittzichorie oder Blattzichorie handelt es sich um eine Sortengruppe der Zichorie. Die in Italien als Catalogna bekannte VarietĂ€t wird in Deutschland wegen der Ăhnlichkeit der BlĂ€tter meist als Löwenzahn verkauft.
Wurzelzichorie
Die Wurzelzichorie wurde geröstet zunĂ€chst dem Bohnenkaffee zugesetzt, um diesem mehr Farbe und Bitterkeit zu verleihen. Ab Mitte des 18. Jahrhunderts wurde sie auch allein als KaffeegetrĂ€nk (âErsatzkaffeeâ) verwendet. Als Erfinder des Zichorienkaffees (Muckefuck) gelten der kurhannoversche Offizier Christian von Heine aus Holzminden und der Braunschweiger Gastwirt Christian Gottlieb Förster (â um 1801), die um 1769/70 Konzessionen fĂŒr den Betrieb von Zichorienfabriken in Braunschweig und Berlin erhielten.cite-ref-22[22]cite-ref-hengartner109-23-0[23] Gefördert wurde der Anbau etwa durch Friedrich den GroĂen.
Mitte des 19. Jahrhunderts wurde Wurzelzichorie weit verbreitet angebaut, heute spielt sie jedoch im Zusammenhang mit ihrer ursprĂŒnglichen Nutzung als KaffeegetrĂ€nk keine groĂe wirtschaftliche Rolle mehr;cite-ref-k-rber-grohne-24-0[24] das bekannteste Handelsprodukt mit einem Anteil an Wurzelzichorie unter seinen Inhaltsstoffen ist Caro-Kaffee. Gleichwohl erlebt ihr Anbau gegenwĂ€rtig eine Renaissance, da aus Wurzelzichorie der von der Lebensmittelindustrie vermehrt fĂŒr sogenanntes Functional Food eingesetzte, prĂ€biotische Ballaststoff Inulin gewonnen wird.
Mythen, Sagen, Lyrik
Vor allem aus dem ausgehenden Mittelalter sind viele Mythen bekannt, die der Wegwarte unglaubliche ZauberkrĂ€fte, vor allem im Liebeszauber, zuschreiben. Sie soll den TrĂ€ger der (nach einem bestimmten Ritus ausgegrabenen) Pflanze im Kampf unbesiegbar und allgemein unverwundbar machen. Andere Mythen lauten dahingehend, dass eine Wegwarte unter dem Kopfkissen der Jungfrau im Traum den zukĂŒnftigen Ehemann erscheinen lĂ€sst. Wird die Pflanze am Peterstag mit einem Hirschgeweih ausgegraben, dann kann man einem anderen Aberglauben zufolge jede Person betören, die man damit berĂŒhrt.cite-ref-25[25]
Eine Quellecite-ref-26[26] fĂŒhrt eine alte Sage an, nach der die BlĂŒten der Wegwarte die blauen Augen eines verwandelten BurgfrĂ€uleins seien, das am Wege vergeblich auf die RĂŒckkehr ihres Geliebten vom Kreuzzug in das Heilige Land wartet. Man mag hierin Motive des Romans Heinrich von Ofterdingen des romantischen Dichters Novalis wiedererkennen. Fraglich ist jedoch, ob in der Wegwarte etwa eine reale Entsprechung des Symbols der Romantik, der âblauen Blumeâ, gesehen werden kann, das diesem Roman von Novalis entstammt.
In der Fruchtbringenden Gesellschaft wird Siegmund Wiprecht von Zerbst die Gemeine Wegwarte zugeordnet.
Der Heidedichter Hermann Löns widmet in seinem Band Der kleine Rosengartencite-ref-27[27] der Wegwarte ein Gedicht.
Wegewarte
Es steht eine Blume,
Wo der Wind weht den Staub,
Blau ist ihre BlĂŒte,
Aber grau ist ihr Laub.
Ich stand an dem Wege,
Hielt auf meine Hand,
Du hast deine Augen
Von mir abgewandt.
Jetzt stehst du am Wege,
Da wehet der Wind,
Deine Augen, die blauen,
Vom Staub sind sie blind.
Da stehst du und wartest,
DaĂ ich komme daher,
Wegewarte, Wegewarte,
Du blĂŒhst ja nicht mehr.
Von Isolde Kurz gibt es ebenfalls ein Gedicht mit dem Titel Die Wegwarte, das das oben genannte Motiv bei Novalis aufgreift.
Die Wegwarte
Mit nackten FĂŒĂchen am Wegesrand,
Die Augen still ins Weite gewandt,
Saht ihr bei Ginster und Heide
Das MĂ€dchen im blauen Kleide?
Der Weg wird stille, der Weg wird leer.
So kommt denn heute das GlĂŒck nicht mehr?
Die Sonne geht rötlich nieder,
Ihr starren im Wind die Glieder.
â Das GlĂŒck kommt nicht in mein armes Haus,
drum stellâ ich mich hier an den Weg heraus;
und kommt es zu Pferde, zu FuĂe,
ich tretâ ihm entgegen mit GruĂe.
Es ziehen der Wanderer mancherlei
zu Pferd, zu FuĂ, zu Wagen vorbei.
â Habt ihr das GlĂŒck nicht gesehen?
Die lassen sie lachend stehen.
Der Regen klatscht ihr ins Angesicht,
Sie steht noch immer, sie merkt es nicht:
â Vielleicht ist es schon gekommen,
â Hat die andere Strasse genommen
Die FĂŒĂchen wurzeln am Boden ein
Zur Blume wurde der Augen Schein.
Sie fĂŒhltâs und fĂŒhltâs wie im Traume,
Sie wartet am Wegessaume.
Namensgebung
Cichorium (lateinisch frĂŒher auch cichorea und cicorea, auch cicoria, sowie sponsa soliscite-ref-28[28]cite-ref-29[29] ist die lateinische Version des griechischen Namens ÎșÎčÏÏÏÎčÎżÎœ fĂŒr Zichorie und Wegwarte sowie Endivie. Das altgriechische Wort ist vermutlich ein Fremdwort aus dem Ăgyptischen, da die Wegwarte und die Endivie nach Pliniuscite-ref-30[30] zuerst in Ăgypten als Heil- und Salatpflanzen kultiviert wurden. Das Artepitheton geht auf das lateinische Wort intubus (griechisch ÎΜÏÏ
ÎČÎżÎœ; in alten Texten unter anderem auch lateinisch intyba/intubacite-ref-31[31]) fĂŒr Zichorie, Endivie zurĂŒck, das mit dem Ă€gyptischen Wort tybi fĂŒr Januar verwandt ist, da die LaubblĂ€tter der Endivie besonders als Wintersalat gegessen wurden.cite-ref-genaust1983-32-0[32]
Trivialnamen
FĂŒr die Gewöhnliche Wegwarte bestehen bzw. bestanden auch die weiteren deutschsprachigen Trivialnamen: Cichurien (Mecklenburg), Cikary (Eifel), Feldwegwarte, Hemelslötel, Hindeg (Schlesien), Hindlauf (mittelhochdeutsch), Hindlaup (mittelhochdeutsch), Hindlefte (mittelhochdeutsch), Hindleufte (Schlesien), Hindlichte (mittelhochdeutsch), Hindlock (mittelniederdeutsch), Hindloff (mittelniederdeutsch), Hindlope (mittelniederdeutsch), Hindluft (Schmalkalden), Hinlaup, Hintlauf, Hintlefft (mittelniederdeutsch), Hintloft (mittelniederdeutsch), Hindtlauf, Hintloifte (althochdeutsch), Hintloiphe (althochdeutsch), Hintlopht (althochdeutsch), Hintloufte (mittelniederdeutsch), Hintluch (mittelhochdeutsch), Hundslauf, HundslĂ€ufte (Schlesien), Hindlauf, Hindlaup, Hindlefte, Hindlichte, Irenhard (Göttingen), Verfluchte Jungfer (OstpreuĂen), Kankerkraut, Kattenworza (St. Gallen bei Werdenberg), Krebskraut, Mode (Schwaben), Ringelkraut, Rauheerich (Sommerfeld), Schweinbrust, Sommerwend, Sonnendrath (ThĂŒringen), Sonnenkraut, Sonnenwedel (ThĂŒringen), Sonnenwend (mittelhochdeutsch), Sonnenwendel, Sonnenwerbel, Sonnenwerdel (mittelhochdeutsch), Sonnenwirbel, Blauer Sonnenwirbel (mittelhochdeutsch), Sonworbel (mittelhochdeutsch), Sunderwerbel (mittelhochdeutsch), Sunenwerbel, Sunnenwerbel, Sunnenwerve (mittelniederdeutsch), Sunnenwervel (mittelniederdeutsch), Sunniwirpela (althochdeutsch), Sunwirbel (mittelhochdeutsch), Tarantschwanz, Vogelleuchte, Wandelistengel (SiebenbĂŒrgen), Warzkraut, Wasserwart (Schlesien), Wegeleuchte (Schlesien), Wegerein (mittelhochdeutsch), Wegluaga (St. Gallen), Weglug (Braunschweig, Schweiz), Wild Weglug, Wegwart (Braunschweig), Wegwarte (Ăsterreich), Wegwartz, Wegweiss, Wegweise (mittelhochdeutsch), Wegweisse, Wegworz, Wendel (Schlesien), Weygebreit (mittelniederdeutsch), Wirbel (mittelhochdeutsch), WĂŒrza (St. Gallen), Zichorjen (Weser), Zichurn (Mecklenburg), Zikohri (SiebenbĂŒrgen) und Zuckerei (Westfalen).cite-ref-33[33]
Geschichte
Quellen
âą Arabisches Mittelalter: Konstantin 11. Jh.cite-ref-37[37] --- Circa instans 12. Jh.cite-ref-38[38] --- Ibn al-Baitar 13. Jh.cite-ref-39[39]
âą Lateinisches Mittelalter: Hildegard von Bingen 12. Jh.cite-ref-40[40] --- Deutscher Macer 13. Jh.cite-ref-41[41] --- Galgant-GewĂŒrz-Traktat 13. / 14. Jh.cite-ref-42[42] --- Konrad von Megenberg 14. Jh.cite-ref-43[43] --- Nikolaus Frauenlob 15. Jh.cite-ref-44[44] --- Herbarius Moguntinus 1484cite-ref-45[45] --- Gart der Gesundheit 1485cite-ref-46[46] --- Hortus sanitatis 1491cite-ref-47[47] --- Hieronymus Brunschwig 1500cite-ref-48[48]
⹠Neuzeit: Otto Brunfels 1532cite-ref-49[49] --- Hieronymus Bock 1539cite-ref-50[50] --- Leonhart Fuchs 1543cite-ref-51[51] --- Mattioli / Handsch / Camerarius 1586cite-ref-52[52] --- Nicolas Lémery 1699/1721cite-ref-53[53] --- Onomatologia medica completa 1755cite-ref-54[54] --- Jean-Louis Alibert 1805/05cite-ref-55[55] --- Hecker 1814/15cite-ref-56[56] --- Philipp Lorenz Geiger 1830cite-ref-57[57] --- Pereira / Buchheim 1846/48cite-ref-58[58] --- Theodor Husemann 1883cite-ref-59[59] --- Wolfgang Schneider 1974cite-ref-60[60]
Historische Abbildungen
Siehe auch
Literatur
âą Manfred A. Fischer, Karl Oswald, Wolfgang Adler: Exkursionsflora fĂŒr Ăsterreich, Liechtenstein und SĂŒdtirol. 3., verbesserte Auflage. Land Oberösterreich, Biologiezentrum der Oberösterreichischen Landesmuseen, Linz 2008, ISBN 978-3-85474-187-9. (Abschnitte Beschreibung, Verbreitung).
âą Siegmund Seybold (Hrsg.): Schmeil-Fitschen interaktiv. CD-Rom. Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2002, ISBN 3-494-01327-6. (Abschnitte Beschreibung, Verbreitung)
âą Gustav Hegi, Illustrierte Flora von Mitteleuropa, VI. Band, Zweite HĂ€lfte, J. F. Lehmanns Verlag, MĂŒnchen, 1929, S. 993â997; Digitalisat
âą Cichorium intybus. In: Mansfeld's World Database of Agriculture and Horticultural Crops. (Abschnitt Systematik)
âą Wolf-Dieter Storl, Paul Pfyl: Bekannte und vergessene GemĂŒse â Heilkunde, Ethnobotanik, Rezepte. AT-Verlag, Aarau 2002, ISBN 3-85502-808-7
âą Quanzhen Wang, Jian Cui: Perspectives and utilization technologies of chicory (Cichorium intybus L.). In: African Journal of Biotechnology. Band 10, 14. MĂ€rz 2011.
Einzelnachweise
cite-note-11. â Corinne Buch, Annette Höggemeier: Cichorium intybus â Gewöhnliche Wegwarte (Asteraceae): GemĂŒse des Jahres 2005, Blume des Jahres 2009, Heilpflanze des Jahres 2020. In: Der Palmengarten. Band 84, Nr. 1, 24. August 2020, ISSN 2570-1290, S. 11â17, doi:10.21248/palmengarten.532 (uni-frankfurt.de [abgerufen am 15. Mai 2024]).
cite-note-hegi1987-22. â Gerhard Wagenitz et al.: Familie Compositae II. S. 993â997. In: Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 2. Auflage Band VI, Teil 3, Verlag Paul Parey, Berlin, Hamburg 1987, ISBN 3-489-86020-9.
cite-note-33. â Vgl. auch Andreas Mettenleiter: Das Juliusspital in WĂŒrzburg. Band III: Medizingeschichte. Herausgegeben vom Oberpflegeamt der Stiftung Juliusspital WĂŒrzburg anlĂ€sslich der 425jĂ€hrigen Wiederkehr der Grundsteinlegung. Stiftung Juliusspital WĂŒrzburg (Druck: Bonitas-Bauer), WĂŒrzburg 2001, ISBN 3-933964-04-0, S. 801: âWegwarth, weiĂ und gemein, Cichoriumâ, in Oeconomia von 1579.
cite-note-oberdorfer2001-44. â Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora fĂŒr Deutschland und angrenzende Gebiete. Unter Mitarbeit von Angelika Schwabe und Theo MĂŒller. 8., stark ĂŒberarbeitete und ergĂ€nzte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2001, ISBN 3-8001-3131-5, S. 975.
cite-note-55. â Pavol Prokop, Dominika MolnĂĄrovĂĄ, Jana FanÄoviÄovĂĄ, William Medina-Jerez: Seasonal variability in flower lifespan in common chicory (Cichorium intybus L.). In: Flora: Morphology, Distribution, Functional Ecology of Plants. Band 284, 2021, ISSN 0367-2530, doi:10.1016/j.flora.2021.151935 (sciencedirect.com [abgerufen am 15. Mai 2024]).
cite-note-fona2006-66. â John L. Strother: Cichorium. In: Flora of North America Editorial Committee (Hrsg.): Flora of North America North of Mexico. Volume 19: Magnoliophyta: Asteridae, part 6: Asteraceae, part 1 (MutisieaeâAnthemideae). Oxford University Press, New York und Oxford, 2006, ISBN 0-19-530563-9. Cichorium intybus., S. 222 - textgleich online wie gedrucktes Werk.
cite-note-powo-77. â Datenblatt Cichorium intybus L. In: Plants of the World Online von Royal Botanic Gardens, Kew
cite-note-88. â Bernd Gehlken: Cichorium intybus-Wegrandgesellschaften. In: Notizbuch der Kasseler Schule. Kassel 62. 2003, S. 54â78.
cite-note-d-rr-lippert2004-99. â Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des AllgĂ€us und seiner Umgebung. Band 2, IHW, Eching 2004, ISBN 3-930167-61-1, S. 653.
cite-note-infoflora-1010. â Cichorium intybus L. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am 7. Mai 2023.
cite-note-floraweb-1111. â Gemeine Wegwarte. auf FloraWeb.de
cite-note-zander-1212. â Walter Erhardt et al.: Der groĂe Zander. EnzyklopĂ€die der Pflanzennamen. Band 2, Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-8001-5406-7, S. 1303.
cite-note-1313. â Oswald Schmiedeberg: Historische und experimentelle Untersuchungen ĂŒber die Zichorie und den Zichorienkaffee in diĂ€tetischer und gesundheitlicher Beziehung. In: Archiv fĂŒr Hygiene 76, 1912, S. 210â244.
cite-note-euro-med-1414. â Werner Greuter, 2006+: Compositae (pro parte majore). In: W. Greuter, Eckhard von Raab-Straube (Hrsg.): Compositae. Datenblatt Cichorium intybus. In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity.
cite-note-bais-ravishankar-1515. â Harsh Pal Bais, GA Ravishankar: Cichorium intybus L â cultivation, processing, utility, value addition and biotechnology, with an emphasis on current status and future prospects. In: Journal of the Science of Food and Agriculture. Band 81, Nr. 5, April 2001, ISSN 0022-5142, S. 467â484, doi:10.1002/jsfa.817 (englisch).
cite-note-1616. â Cichorium intybus (Wegwarte). Monographie BGA/BfArM (Kommission E). Bundesanzeiger. 1987 Apr. 23;76. Abgerufen am 29. Juli 2018.
cite-note-1717. â W. Blaschek, S. Ebel, E. Hackenthal, U. Holzgrabe, K. Keller, J. Reichling, V. Schulz (Hrsg.): Hagers Handbuch der Drogen und Arzneistoffe. HagerROM. Springer, Heidelberg 2006.
cite-note-1818. â Die Blauwarte ist die "Pflanze Europas 2005" â WildgemĂŒse und Heilpflanze / Beruhigende Wirkung. In: Ărzte Zeitung. 8. Dezember 2004.
cite-note-1919. â Cichorium intybus. In: Gerhard Madaus: Lehrbuch der biologischen Heilmittel. Thieme, Leipzig 1938. Abgerufen am 29. Juli 2018.
cite-note-2020. â Wegwarte ist Heilpflanze des Jahres 2020. In: Pharmazeutische Zeitung. 5. Juni 2019, abgerufen am 30. August 2019.
cite-note-fleischhauer2010-2121. â S. G. Fleischhauer, J. Guthmann, R. Spiegelberg, Essbare Wildpflanzen, AT-Verlag, Baden und MĂŒnchen, 8. Auflage, 2010, ISBN 978-3-03800-335-9, S. 150â151, 230.
cite-note-2222. â Christian Gottlieb Förster: Geschichte von der Erfindung des Cichorien-Caffee. Georg Ludewig Förster, Bremen 1773.
cite-note-hengartner109-2323. â Hengartner/Merki S. 109.
cite-note-k-rber-grohne-2424. â Udelgard Körber-Grohne: Nutzpflanzen in Deutschland von der Vorgeschichte bis heute. Theiss, Stuttgart 1995, ISBN 3-933203-40-6, S. 287â292 (Repr.)
cite-note-2525. â Heinrich Marzell: Zauberpflanzen HexentrĂ€nke. Brauchtum und Aberglaube (= Kosmos Bibliothek. Band 241). Stuttgart 1963, S. 30.
cite-note-2626. â Stichmann-Marny, 1994.
cite-note-2727. â Der kleine Rosengarten bei Internet Archive
cite-note-2828. â Vgl. etwa Ute Obhof: Rezeptionszeugnisse des âGart der Gesundheitâ von Johann Wonnecke in der Martinus-Bibliothek in Mainz â ein wegweisender Druck von Peter Schöffer. In: Medizinhistorische Mitteilungen. Zeitschrift fĂŒr Wissenschaftsgeschichte und Fachprosaforschung. Band 36/37, 2017/2018, S. 25â38, hier: S. 35 (Cicorea âwegwartenâ),
cite-note-2929. â Vgl. auch Otto BeĂler: Prinzipien der Drogenkunde im Mittelalter. Aussage und Inhalt des Circa instans und Mainzer Gart. Mathematisch-naturwissenschaftliche Habilitationsschrift, Halle an der Saale 1959, S. 171 (âCicorea â wegewarten oder sunnen wyrbel, sponsa solis [âŠ], eliotropia, intuba, cicoria, Dyonisia, sol sequium [âŠ], solsequiumâ).
cite-note-3030. â Plinius der Ăltere: C. Plinii Secundi Naturalis historia. Hrsg. von D. Detlefsen, IâVI (in 3 BĂ€nden), Berlin 1866â1882, hier: Band 3, S. 219 f.: Plinius XX, 74 f. (âCichorium refrigerat [âŠ]â).
cite-note-3131. â Vgl. Wouter S. van den Berg (Hrsg.): Eene Middelnederlandsche vertaling van het Antidotarium NicolaĂŻ (Ms. 15624â15641, Kon. Bibl. te Brussel) met den latijnschen tekst der eerste gedrukte uitgave van het Antidotarium NicolaĂŻ. Hrsg. von Sophie J. van den Berg, N. V. Boekhandel en Drukkerij E. J. Brill, Leiden 1917, S. 219.
cite-note-genaust1983-3232. â Helmut Genaust: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. 2., verbesserte Auflage. BirkhĂ€user, Basel/Boston/Berlin 1983, ISBN 3-7643-1399-4.
cite-note-3333. â Georg August Pritzel, Carl Jessen: Die deutschen Volksnamen der Pflanzen. Neuer Beitrag zum deutschen Sprachschatze. Philipp Cohen, Hannover 1882, S. 98 f. eingescannt.
cite-note-3434. â Pedanios Dioskurides. 1. Jh.: De Medicinali Materia libri quinque. Ăbersetzung. Julius Berendes. Des Pedanius Dioskurides Arzneimittellehre in 5 BĂŒchern. Enke, Stuttgart 1902, S. 224 (Buch II, Kapitel 159): Seris (Digitalisat)
cite-note-3535. â Plinius der Ăltere, 1. Jh.: Naturalis historia Buch XX, Kapitel XXIXâXXX (§ 73â74): Intubi. Cichorium (Digitalisat); Ăbersetzung KĂŒlb 1855 (Digitalisat)
cite-note-3737. â Konstantin der Afrikaner, 11. Jh.: Liber de gradibus simplicium. Druck. Opera. Basel 1536, S. 353: Sponsa solis (Digitalisat)
cite-note-3838. â Circa instans 12. Jh. Druck. Venedig 1497, Blatt 209v: Sponsa solis (Digitalisat)
cite-note-3939. â Abu Muhammad ibn al-Baitar, 13. Jh., KitÄb al-jÄmiÊż li-mufradÄt al-adwiya wa al-aghdhiya. Ăbersetzung. Joseph Sontheimer unter dem Titel GroĂe Zusammenstellung ĂŒber die KrĂ€fte der bekannten einfachen Heil- und Nahrungsmittel. Hallberger, Stuttgart Band I 1840 Band II 1842, S. 575â578: Cichorium (Digitalisat)
cite-note-4040. â Charles Victor Daremberg und Friedrich Anton ReuĂ (1810â1868). S. Hildegardis Abbatissae Subtilitatum Diversarum Naturarum Creaturarum Libri Novem. Physica, Buch I, Kapitel 60: Sunnewirbel. Migne, Paris 1855. Sp. 1153 (Digitalisat) â Ăbersetzung: Herbert Reier: Hildegard von Bingen Physica. Nach der Textausgabe von J. P. Migne, Paris 1882 ins Deutsche ĂŒbersetzt. Kiel 1980, S. 85: Sunnenwirbel ist warm und feucht, neigt in seiner Natur zur Lieblichkeit und ist ein Erdenkind. Aber doch wird der, der ihn bei sich trĂ€gt oder der, der ĂŒber die anderen hinausstrebt, von den anderen Menschen mit Hass verfolgt. Wer aber um die Brust herum leidet, weil er eine raue Stimme hat, nehme Sunnenwirbel und von gleichem Gewicht die gröĂere Cletta, koche sie in reinem Wein und seihe sie durch ein Tuch und trinke das oft nach dem Nachtmahl. Er wird sich in Brust und Stimme bessern. Und wer keine rechte Verdauung hat, nehme Sunnenwirbel und die gröĂere Cletta mit gleichem Gewicht, trockne sie an der Sonne oder ĂŒber heiĂen Ziegeln, pulverisiere das, gebe den dritten Teil eines der beiden kristallisiertes oder gedörrtes Salz hinzu, und mache dann daraus mit Honig Honigwurtz, und trinke das nach dem FrĂŒhstĂŒck und zur Nacht recht oft. Er wird zur rechten Zeit Verdauung haben. Auf diese Wiese ist das Kraut zum Medikament geeignet, wenn Gott es nicht verhindert.
cite-note-4141. â Deutscher Macer. Nach: Bernhard Schnell, William Crossgrove: Der deutsche Macer. Vulgatfassung. Niemeyer, TĂŒbingen 2003, S. 370 (Kapitel 70): Intibus stur; S. 380 (Kapitel 92): Intibus â stĆŻr. Nach Schnell und Crossgrove sind diese beiden Kapitel des Deutschen Macer aus dem Intibo-Kapitel von âGargilii martialis Medicina ex oleribus et pomisâ geschöpft: Valentin Rose: Plinii secundi quae fertur una cum Gargilii Martialis medicina. Nunc primum edita. Teubner, Leipzig 1875, S. 145â146: De intibo (Digitalisat) --- Cpg 226, ElsaĂ, 1459â1469, Blatt 202r: Solis sponsa (Digitalisat). Transkription: ( .lxviij. Intibus heiĂt sture / der ist heiĂer vnd druckner natĂŒr ( Er vertribt die rure vnd senfftet den magen mit essich gessen ( Der stĂŒre getempert mit boleta senfftet die hicze an den augen ( Das selbe vertribt podogram ( Die wurczel damit bestrichen heilet da der tharant gestochen hat ( Die wurczel poleta getempert das heilig fĂŒer ( Das safft mit rosen oley vnd mit essich getempert vnd an das siech heupt gestrichen hilfft yme ( Mit win getruncken hilfft er der siechen blasen ( Das selb uber den andern tag getruncken hilfft den die blut rechĂen ( Das safft mit essich vnd mit bly wiĂ getempert hilfft / an die stat gestrichen die da hiczig ist
cite-note-4242. â Galgant-GewĂŒrz-Traktat 13. / 14. Jh. --- Clm 13 076 (ohne Ort), 1356, Blatt 22v: Solsequium (Digitalisat) --- Clm 7755 (ohne Ort), 15. Jh., Blatt 145v: Solsequium wegwart (Digitalisat) --- Cpg 620, SĂŒdwestdeutschland, um 1450, Blatt 90v: Wegwart (Digitalisat). Transkription: Wegwart ist ain krawt vnd wenn man es vnter seich sewdet vnd in denn also nĂŒchter trincket so vertreibt er all wetagen vnd schmertzen der prust vnd stercket dar zu dz hercz es vertreibt auch vil inwendig siechtumb wenn man es mit wein trinckt --- Cpg 226, ElsaĂ, 1459â1469, Blatt 154r: Solsequium. Wegwart (Digitalisat). Transkription: Ein tranck zu der brust Solsequium heiĂt wegwart vnd hat blae blumen die kern sich nach der sonnen schin jst das man die in essich sudet vnd das heiĂ trincket / aller smercz der brust / oder was vnverdauwecz jn dem magen ist / das verdauwet vnd vertribet dieser tranck mit siner krafft / vnd was das hercz anfichet vnd alle ander vnfertig ding in dem menschen macht es heilen vnd gesunt --- Cpg 666, SĂŒdwestdeutschland, 1478, Blatt 128râv: Wegwart (Digitalisat). Transkription: Item fur daz fieber Item daz teglich fieber daz der mensch hat / daz kumpt von vierley sachen Es kumbt ob ein mensche erfrewst nach dem pade ader zu fast erkaltt Ader nach heysser arbeytt erkalt / Zum andern male von bosem tranck ader warmem nach dem pade ader heysser arbeytt Zum dritten mal von vngesotner speyĂ ader dĂż czweĂż male gesoten ist Zum vierden male wer sich zu heyĂ padtt ader wer sich zu hant mit kaltem wasser frört vnd dor nach nymer warmt / do fur sal er nemen wegwart mit wrcz vnd mit all vnd zu schneide dy zu klein stĂŒcken vnd siede dĂż mit essig vnd trinck daz dreĂż tag frĂŒe vnd spat daz hilfft
cite-note-4343. â Konrad von Megenberg, 14. Jh.: Buch der Natur. Ausgabe. Franz Pfeiffer. Aue, Stuttgart 1861, S. 394 (V/28): Sunnenwerbel (Digitalisat)
cite-note-4444. â Nikolaus Frauenlob: Arzneibuch 15. Jh. Cpg 583, SĂŒd-West-Deutschland (Mattighofen), 1482â1486, Blatt 30r: Wegwart (Digitalisat). Transkription: Wegwart ist ain guet krawt Vnd ist guet wider dĂż gifft Man sal wegwart safft trincken oder man sal das puluer mit wein trincken da die wegwart jn gesoten ist Das hilfft wider alle gifft wĂże sie der mensch genĂŒczt hab vnd das tranck macht den menschen vertig vnd gesundt jm leib [Fettschrift bezeichnet die rubrizierten Stellen]
cite-note-4545. â Herbarius Moguntinus, Mainz 1484, Teil I, Kapitel 32: Cicorea. Sonnenwirbel (Digitalisat
cite-note-4646. â Gart der Gesundheit. Mainz 1485, Kapitel 93: Cicorea. Wegewarten oder sunnen wyrbel (Digitalisat)
cite-note-4747. â Hortus sanitatis 1491, Mainz 1491, Teil I, Kapitel 116: Cicorea (Digitalisat)
cite-note-4848. â Hieronymus Brunschwig: Kleines Destillierbuch, StraĂburg 1500, Blatt 114vâ115r: WegwyĂ. WegwyĂ blumen (Digitalisat)
cite-note-4949. â Otto Brunfels: Contrafayt KreĂŒterbĆŻch. Johann Schott, StraĂburg 1532, S. 288: Wegwart (Digitalisat)
cite-note-5050. â Hieronymus Bock: New KreĂŒtter BĆŻch. Wendel Rihel, StraĂburg 1539, Teil I, Kapitel 91: Wegwart (Digitalisat)
cite-note-5151. â Leonhart Fuchs: New KreĂŒtterbuch ⊠Michael Isingrin, Basel 1543, Kapitel 263: Wegwart (Digitalisat)
cite-note-5252. â Pietro Andrea Mattioli: Commentarii, in libros sex Pedacii Dioscoridis Anazarbei, de medica materia. Ăbersetzung durch Georg Handsch, bearbeitet durch Joachim Camerarius den JĂŒngeren, Johan Feyerabend, Franckfurt am Mayn 1586, Blatt 150râ151v: Endivien und Wegwart (Digitalisat)
cite-note-5353. â Nicolas LĂ©mery: Dictionnaire universel des drogues simples. Paris 1699, S. 195: Cichorium (Digitalisat); Ăbersetzung. VollstĂ€ndiges Materialien-Lexicon. Zu erst in Frantzösischer Sprache entworffen, nunmehro aber nach der dritten, um ein grosses vermehreten Edition [âŠ] ins Hochteutsche ĂŒbersetzt / Von Christoph Friedrich Richtern, [âŠ]. Leipzig: Johann Friedrich Braun, 1721, Sp. 307: Cichorium (Digitalisat)
cite-note-5454. â Albrecht von Haller (Hrsg.): Onomatologia medica completa oder Medicinisches Lexicon das alle Benennungen und Kunstwörter welche der Arzneywissenschaft und Apoteckerkunst eigen sind deutlich und vollstĂ€ndig erklĂ€ret [âŠ]. Gaumische Handlung, Ulm / Frankfurt am Main / Leipzig 1755, Sp. 406â408: Cichorium (Digitalisat)
cite-note-5555. â Jean-Louis Alibert: Nouveaux Ă©lĂ©ments de thĂ©rapeutique et de matiĂšre mĂ©dicale. Crapart, Paris Band II 1804/05, S. 115â116: ChicorĂ©e (Digitalisat)
cite-note-5656. â August Friedrich Heckerâs practische Arzneimittellehre. Revidiert und mit neuesten Entdeckungen bereichert von einem practischen Arzte. Camesius, Wien, Band I 1814, S. 221: Radices Cichorei (Digitalisat)
cite-note-5757. â Philipp Lorenz Geiger: Handbuch der Pharmacie zum Gebrauche bei Vorlesungen & zum Selbstunterrichte fĂŒr Ărzte, Apotheker & Droguisten. Wolters, Stuttgart, 2. Band, 2. HĂ€lfte 1830, S. 1426â1428: Cichorium Intybus (Digitalisat)
cite-note-5858. â Jonathan Pereiraâs Handbuch der Heilmittellehre. Nach dem Standpunkte der deutschen Medicin bearbeitet von Rudolf Buchheim. Leopold VoĂ, Leipzig 1846-48, Band II 1848, S. 434: Cichorium Intybus (Digitalisat)
cite-note-5959. â Theodor Husemann: Handbuch der gesammten Arzneimittellehre. Springer, Berlin 2. Aufl. 1883, S. 663: Radix Cichorii (Digitalisat)
cite-note-6060. â Wolfgang Schneider: Lexikon zur Arzneimittelgeschichte. Sachwörterbuch zur Geschichte der pharmazeutischen Botanik, Chemie, Mineralogie, Pharmakologie, Zoologie. Govi-Verlag, Frankfurt a. M. Band 5/1 (1974), S. 290â293: Cichorium (Digitalisat)
Weblinks
Commons
: Gemeine Wegwarte (
Cichorium intybus
)
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Wiktionary: Wegwarte
â BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Ăbersetzungen
Wiktionary: Zichorie
â BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Ăbersetzungen
âą Steckbrief und Verbreitungskarte fĂŒr Bayern. In: Botanischer Informationsknoten Bayerns.
⹠Gemeine Wegwarte. In: BiolFlor, der Datenbank biologisch-ökologischer Merkmale der Flora von Deutschland.
âą Thomas Meyer: Gattung: Wegwarte (Cichorium). Datenblatt mit BestimmungsschlĂŒssel und Fotos bei Flora-de: Flora von Deutschland, vormal Blumen in Schwaben, 29. November 2016
âą GĂŒnther Blaich: Datenblatt mit Fotos.
âą Kai Hagemeister: Die Wegwarte in der Volksheilkunde, Heilpflanzenkatalog, 17. MĂ€rz 2014.